ansicht_creuzbAls die Franken in das Werragebiet kamen, gründeten sie die Mark „Ustmilingero“ mit den Siedlungen Ostmilinge östlich der Werra und Westmilinge (das ist wahrscheinlich das alte Creuzburg und wurde später zur Altstadt). Es gibt aber auch einen Hinweis von 1479, der aldenmylingen als Ort an der Ifta (Mündung in die Werra) benennt (nach anderen Forschungen lag da das Dorf „Rumpfrayn“). Im 8. Jahrhundert war als Zentrum ein fränkisches Königsgut (curtis regia) erbaut worden, das wahrscheinlich auf dem Burgberg der Creuzburg lag. Es gibt vom 3.8.775 eine Urkunde Karls des Großen für das Kloster Hersfeld über Einkünfte aus dem Königsgut Milingen.

Auf dem Burgberg soll Bonifatius nach der Überlieferung 724 ein Holzkreuz errichtet haben. 745 wurde eine Benediktinerklosterzelle „St. Peter“ gegründet, deshalb auch der Name  „Petersberg“ oder  „Creuzberg“ und dann Creuzburg. Es gab Wallfahrten, besonders in der Kreuzwoche vor Ostern. Bis 1335 stand hier eine Peterskirche, deren Gräber wurden umgebettet zur Gottesackerkirche. 1368 wurde wieder eine verkleinerte Kapelle aufgebaut, die 1634 im Dreißigjährigen Krieg abbrannte und danach nochmals aufgebaut wurde. Sie existierte bis ins 19. Jahrhundert (der vorhandene Taufstein stammt wahrscheinlich aus der Kapelle).

Erstmals wird Creuzburg (als „Cruciburc“) am 22. Oktober 973 in einer Urkunde erwähnt, in der Kaiser Otto II. den Gebietstausch des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg mit dem Abt Werinhar vom Kloster Fulda bestätigt, der schon zu Zeiten seines Vaters in Trebur durchgeführt wurde.

In einer Urkunde vom 25.7.1170 bestätigte Kaiser Friedrich (Barbarossa) dem Thüringer Landgrafen Ludwig II.  den Besitz der Creuzburg, die ausgebaut wurde.  Am Fuße des Kreuzberges wurden drei große Versorgungsgüter angelegt (Kammergut, Buttlarscher Steinhof, Harstallhof)

Erstmals als Stadt (civitas) wurde Creuzburg in einer Urkunde vom 15.8.1183 erwähnt. Der Überlieferung nach erhielt Creuzburg aber erst 1213 Stadtrechte, nachdem sie planmäßig neu angelegt, mit einer Mauer geschützt wurde und drei Stadttore, eine Pforte und mehrere Wehrtürme hatte.

Der Palas steht auf der Ringmauer, die bis zu 10 Meter hoch ist und war durch einen vorgelagerten Zwinger mit Turm am West-Tor zusätzlich geschützt.
Zwischen Wohnturm (später als  Amtshaus genutzt) und Palas wurde 1534 ein Verbindungsgebäude gesetzt. Ein Stein, der vermutlich als Türsturz eingebaut wurde, trägt die Jahreszahl „1534“.
Innerhalb der schützenden Burgmauern errichtete man 1566 ein Kornhaus. Es stand in der Nordwestecke der Anlage direkt an der Ringmauer. Wahrscheinlich wurden die Kragsteine des Wehrgangs, deren Stümpfe heute noch zu sehen sind, deshalb abgeschlagen. Bei einem Stadtbrand im Jahr 1634 wurde das Kornhaus zerstört, der Neubau dann 1677 beschlossen.
Das Wohnhaus der Justiz-Beamten (später auch als Forstamt genutzt) wurde 1606 neben dem Ost-Tor erbaut. Es sitzt teilweise auf der Ringmauer und ist im Obergeschoss in Fachwerkbauweise errichtet. Ein Wappenstein über dem Eingangsportal zeigt das sächsisch-hessischen Allianzwappen und trägt als Umschrift die Buchstabenfolge „V.G.G.I.E.H.Z.S. 1606 C.H.Z.S.G.L.Z.H.“, die bedeutet: „von Gottes Gnaden Johann Ernst Herzog zu Sachsen (und) Christine Herzogin zu Sachsen geborene Landgräfin zu Hessen“. 1598 vermählte sich der Herzog mit Christine von Hessen-Kassel (*1578 +1658), einer Tochter von Landgraf Wilhelm IV.
Der Marstall (heute Touristeninformation) an der südlichen Burgmauer wurde 1744 begonnen. Auftraggeber war Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach, der seinen Baumeister Gottfried Krohne mit der Ausführung betraute. Krohne schuf einen flachen Fachwerkbau der von zwei Pavillons flankiert wird. Im Pavillon am Osttor war zu Zeiten Kossenhaschen ein Schriftstellerheim eingerichtet.
Die Burg war bis 1879 Sitz des Amtsgerichtes. Bis 1663 gab es auf der Creuzburg mehr als 20 Hexenprozesse, die oft mit der Hinrichtung endeten. Die Todesurteile mussten vor der Vollstreckung vom Schöffenstuhl in Jena  bestätigt werden. Gut beschrieben ist der Prozess gegen Elsa Kayser aus Pferdsdorf, die  am 3.6.1658 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
1898 kaufte Kommerzienrat Nikolaus von Dreyse die Burg (sein Großvater war Erfinders des Zündnadelgewehrs in Sömmerda und sein Bruder Georg hatte bereits das Rittergut Wilhelmsglücksbrunn besessen). Er gründete am 13.9.1905 mit der Stadt Eisenach und sechs weiteren Gesellschaftern die Kurbad-Eisenach-Gesellschaft, um Eisenach zu einer Kurstadt zu machen und das Creuzburger Heilwasser aus seiner Saline in die Wandelhalle am Karthausgarten über gusseiserne Rohre zu leiten (nach dem 2. Weltkrieg wurde diese gusseiserne Leitung wieder ausgegraben und anderswo verwendet).

1921 kaufte Kommerzienrat Georg Kossenhaschen, ein Hotelier (Haus Kossenhaschen – Erfurter Hof, Nachkommen heute in Österreich), die Burg, restaurierte sie und baute sie zum Familienwohnsitz aus (Elisabethkemenate und einen Rittersaal eingerichtet), stellte Steinfiguren im Burgarten auf (Jahreszeiten symbolisiert) und legte auch eine (unbenutzte) Familiengruft am Wisch an. Nach 1945 wurde sein Nachfolger Schäfermeier-Kossenhaschen enteignet (er starb  am 19.12.2015 in Österreich) und die Burg nun zu Wohnzwecken, als Schule und als Ferienlager genutzt.

1981 wurde die Burg vor dem Verfall durch eine Interessengemeinschaft (Verein) gerettet unter Leitung von Herrn Wagner.

Nach 1990 wurde sie weiter restauriert und Zweckbauten (Sicherheits-Treppenaufgang) angefügt und der Marstall umgebaut.

Heute gibt es auf der Creuzburg das Standesamt, ein Hotel, das Burgmuseum, die Touristeninformation und eine Töpferei. Burgführungen können gebucht werden und im Veranstaltungskalender stehen auch Großveranstaltungen.

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